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Pál Rosti - Der fotografierende Onkel und der Fotografien sammelnde Neffe

2012.02.26

Der fotografierende Onkel und der Fotografien sammelnde Neffe

 
(Angaben zur Albert Amadei-Fotosammlung des Kunsthistorischen Instituts der Wiener Universität)
 
In der Fotografiesammlung des Kunsthistorischen Instituts der Wiener Universität befindet sich eine bedeutende Sammlung von Gebäude- und Kunstwerkfotos aus dem 19. Jahrhundert, die der Aufschrift auf der Rückseite der Fotos zufolge aus dem Nachlass von Albert Amadei stammt. Albert Amadei (1851 – 1894) war der Neffe des aus Ungarn stammenden Pál Rosti (1830 – 1874), der mit den Fotografien, auf denen er die Erlebnisse seiner Südamerika-Reise von 1857-58 verewigte[1], seinen Namen nicht nur in die ungarische, sondern auch in die internationale Fotogeschichte einschrieb. Die ungarische Fotogeschichte kannte bisher vier Fotoalben von Pál Rosti, darunter jene zwei, die er nach seiner Heimkehr den Schwestern Ilona und Ágnes schenkte[2]. Im Herbst 2007 fand ich in der Bibliothek des Budapester Museums der Bildenden Künste das fünfte Album[3] mit 47 Aufnahmen, das Rosti – wie die Dedikation auf der Titelseite und das Monogramm auf dem Lederband zeigen – seiner dritten Schwester, Anna Rosty[4], Frau von Rudolf Amadei, der Mutter von Albert Amadei geschenkt hat.
 
Leben und Tätigkeit von Pál Rosti
 
Pál Rosti war ein Sohn der Anfang des 19. Jahrhunderts zum Reformadel in Ungarn gehörenden, Literatur und Musik liebenden Rosty-Familie von Barkócz (Abb. 1). Sein Vater, Albert Rosty war Vizegespann des Komitats Békés, Ende der 1830-er Jahre Mitglied des Preisgerichts für Dramen am Nationaltheater, später Leiter der Opernsektion. Erzieher von Pál Rosti war der Mathematiker Antal Vállas, der – unseren jetzigen Kenntnissen zufolge – im August 1840 in Ungarn zum ersten Mal eine Daguerreotypie angefertigt hat.
              Pál Rosti nahm am Freiheitskampf 1848-49 teil, fuhr dann mit Unterstützung seiner Familie ins Ausland. Er studierte an der Münchner Akademie u.a. Geografie und Ethnografie, 1854 in Paris – wie er betonte, um die auf seinen Reisen besuchten Landschaften[5] am genausten und effektivsten verewigen zu können – lernte er fotografieren. Bei seiner Mittel- und Südamerika-Reise 1857-58, dessen Route er nach der mehr als 50 Jahre früheren Entdeckungsreise des namhaften deutschen Wissenschaftlers Alexander von Humboldt zusammenstellte, hat Rosti Fotografien über Kuba, Venezuela und Mexiko gemacht. Rosti wird von der venezuelanischen und mexikanischen Fotogeschichte als erster Fotograf in Evidenz gehalten, der die Landschaften und Sehenswürdigkeiten ihres Landes mit wissenschaftlichem Ziel, auf deskriptive Art festhielt.[6] Rosti eignete sich in Paris das 1851 von Gustave Le Gray veröffentlichte Verfahren des gewachsten Papiernegativs an, das gegenüber der Feuchtplatte mit Kollodium den Vorteil hatte, dass man es lange vor dem Fotografieren anfertigen konnte, so waren Aufbewahrung und Transport einfacher. Der Nachteil war aber, dass es eine längere, bis zu 10-15 Minuten lange Exposition benötigte.
         Pál Rosti war sowohl in der technischen Ausführung der Fotografien, als auch in der Themenwahl gegenüber den zeitgenössischen europäischen Fotografen konkurrenzfähig. Er verewigte nicht nur die zu seiner Zeit populären Motive, also spektakuläre, malerische Naturerscheinungen, die Ansichten der Großstädte, die architektonischen (Kathedrale in Mexico-City) und archäologischen (Ruinen der Astekenpyramide in Zochicalco) Denkmäler von historischem Interesse, sondern auch die öden Bergbausiedlungen und Industrieanlagen oder ärmlichen Dorfstraßen, Häuser. Die bekanntesten seiner Aufnahmen sind die Ruinen des Franziskanerklosters in Tlalmanalco (Mexiko) aus dem 16. Jahrhundert (Abb. 2), der Wasserfall bei Cuernavacca (der einstigen Quauhnahuac) (Abb. 3) beziehungsweise der große Zamangot, ein riesiger Baum mit Hülsenfrüchten neben der venezuleanischen Catuche Turmeo.
           Von seiner anderthalb Jahre währenden mittel- und südamerikanischen Reise kehrte Rosti im August 1858 zurück. Die vermutlich in England vervielfältigten Fotos ließ er – wie die Firmenzeichnung auf dem Einband der Alben verrät – bei einem Pariser Buchbinder einbinden. Am 1. November fuhr Rosti nach Berlin, um den damals bereits 90-Jährigen Humboldt aufzusuchen und ihm ein Album zu schenken, drei Tage später kam er in Ungarn an.
           Nach seiner Heimkehr nahm er aktiv am wissenschaftlichen, Kunst-, Musik- und Sportleben teil. Über seine Reiseerlebnisse hielt Rosti Vorträge, schrieb Artikel, veröffentlichte dann in einer selbständigen Publikation seinen mit nach den mitgebrachten Fotos gefertigten Litografien, Stahl- und Holzschnitten illustrierten Bericht.[7] In diesem widmete er der Lage, dem Klima und den Natursehenswürdigkeiten der besuchten Siedlungen ebenso Aufmerksamkeit, wie der landwirtschaftlichen, industriellen und Bergbautätigkeit oder den architektonischen Denkmälern – denen vor und nach der europäischen Eroberung gleichfalls. Von seinem etnografischen Interesse zeugt die Vorstellung der Geschichte, Brauchtum, Religion, Rasseneigenarten und Kleidung der Ureinwohner.
          Aus seiner Reisebeschreibung geht hervor, dass er den Kontinent nicht als Außenstehender, lediglich auf oberflächliche Erlebnisse ausgerichteter Turist bereiste, sondern versuchte die Mentalität, Wertordnung und Bräuche der verschiedenen Gesellschaftsschichten – Armen und Reichen, Ureinwohner sowie Zugewanderter - kennen zu lernen.[8] Die Sklaverei verurteilte Rosti, obwohl er betonte, dass die südamerikanischen Sklaven wesentlich besser behandelt werden, als die Nordamerikanischen. Gelegentlich nahm er auch am wissenschaftlichen Leben vor Ort teil. Der mexikanischen Bergbauakademie empfiehl er auf Grund einer Pressemitteilung, eine Expedition zur Erforschzng einer Höhle in einer entfernter Gegend zu starten. Der Gesellschaft zur Untersuchung des Geheimnisses der Höhle hat – als ausgebildeter Geologe – natürlich auch Rosti angehört.
           1861 hat die Geschichtsabteilung der Ungarischen Akademie der Wissenschaften Pál Rosti als geografischen Autor zum korrespondierenden Mitglied gewählt. Ab 1863 war er in der Direktion der Budapester Gesellschaft für Bildende Kunst, dann im Ausschuss des Pester Kunstvereins tätig. Er war mit dem Komponist Richard Wagner befreundet; als Mitglied des Budapester Schiffervereins ruderte er in einem Zweimannboot von Rotterdam nach Pest. Fotografien hat er aber – nach dem jetzigen Stand der Forschung – nicht mehr gemacht.
 
Die Rosti-Alben
 
Von den nach Hause gebrachten Alben hat Pál Rosti Eins – mit Betonung seiner patriotischen Verpflichtung gegenüber der Entwicklung der ungarischen Wissenschaften – dem Ungarischen Nationalmuseum geschenkt. Diese Fotosammlung bewahrt jetzt die Széchényi Landesbibliothek auf. Die Alexander von Humboldt gegebene Serie befindet sich im Münchner Deutschen Museum, und je ein Album schenkte Pál Rosti – wie das Exemplar im Museum der Bildenden Künste bezeugt – seinen drei Schwestern geschenkt. 
           Ágnes Rosty (1825 – 1913) war die Frau von József Eötvös, dem Religions- und Bildungsminister des ersten verantwortlichen ungarischen Ministeriums, zugleich die Mutter des namhaften Physikers, Loránd Eötvös. Die Ágnes geschenkte Serie befindet sich heute im Geophysischen Institut Loránd Eötvös. Ilona Rosty (1826 – 1870) heiratete den mit Eötvös gut befreundeten Ágoston Trefort, der 1872-1888 Religions- und Bildungsminister war. Das Ilona geschenkte Album kam in den Trefort-Nachlass, den kaufte 1975 die Fotohistorische Sammlung des Verbandes Ungarischer Fotokünstler, dies befindet sich im Ungarischen Fotografiemuseum in Kecskemét. Nach diesem Album wurde 1997 in der Ausgabe des Fotografiemuseums die Faksimile-Variante der Fotosammlung von Pál Rosti mit 46 Bildern gefertigt.
           Den Ledereinband des Albums der Anna Rosty schmücken 18 Kupfersterne beziehungsweise in der Mitte ein vergoldeter Wappen mit Krone, die neun Zincken hat, in dem das Monogramm „A A” zu sehen ist. Den einstigen Besitzer des Albums identifizieren außer dem Monogramm auch die Zeilen auf dem Oberteil des Titelblattes: Amadey Anna grófnőnek testvéri szeretettel Rosti Pál. (An die Gräfin Anna Amadey mit brüderlicher Liebe Pál Rosti.) Am Unterteil des dunkelgrauen Ledereinbandes ist mit vergoldeten Kleinbuchstaben die Adresse des gleichen Pariser Buchbinders zu lesen, wie auf den anderen Bänden: Despierres Rel. de l’Empereur 3 rue de L’Echelle. Auf dem Titelblatt liest man – ebenfalls wie auch auf den anderen Alben – die Aufschrift Fényképi Gyűjtemény, melyet Havannában, Orinocco vidékén és Mexicoban tett utazása alatt készített Rosti Pál 1857 1858” (Fotosammlung, die Pál Rosti 1857-1858 während seiner Reise in Havanna, am Orinocco und in Mexiko gefertigt hat).
          Die Maße des Albums stimmen mit den anderen bekannten Exemplaren nahezu überein, betragen 47,5 x 62 x 4,3 cm. Die Bilder sind von gewachstem Papiernegativ auf Salzpapier kopierte Kontakte, die wegen der Beschädigung der Komposition oder der Ränder auf verschiedene Weise umschnitten wurden. Die Oberfläche der Bilder deckt eine dünne Albuminschicht. Die Bedeutung des einst Anna Rosty geschenkten Albums steigert, dass von den sich in Ungarn befindenden vier Exemplaren allein dieses alle bekannten (47 Stück) Rosti-Fotos enthält.
 
Die Amadei-Familie
 
Der einstige Besitzer des fünften Albums war also – der Widmung zufolge – Anna Rosty, die ältere Schwester von Pál Rosti. Anna Rosty wurde am 5. März 1828 in Pest geboren, und heiratete im Herbst 1850 den aus einer italienischen Grafenfamilie stammenden österreichischen Hofrat Rudolf Amadei (1814 – 1898)[9], der später Landeschef in der Bukowina, dann Vorstandsmitglied bei der Österreichischen Sparkasse wurde. Ihr einziges Kind Albert wurde am 4. August 1851 in Buda geboren und verstarb am 12. Juli 1894 in – im Alter von 43 Jahren – Wien an einem Herzinfarkt. (Abb. 4)
            Die Familie lebte ab Anfang der 1850-er Jahre in Nagyszeben (Hermannstadt, Sibiu, heute Rumänien), der Dienststelle von Rudolf Amadei. Der Familienoberhaupt arbeitete als Ratsherr der siebenbürgischen Statthalterei,[10] dann – nach dem der Herrscher 1861 die Statthalterei aufgelöst und das königliche Hauptgouvernement mit Sitz in Kolozsvár (Klausenburg, Cluj, heute Rumänien) wiederhergestellt hat – zog er mit Familie 1862 in seinen neuen Stationsort, der Hauptstadt der Bukowina, nach Csernovic (Czernowitz, Cernovci, heute Ukraine).[11]
             Die Liebe der Literatur, bildenden Kunst, der Wissenschaften und der Musik charakterisierte – ähnlich der Rosty-Familie – auch die Amadei-Familie. Anna, die ein reges gesellschaftliches Leben mitmachte, selbst auch eine Dichterin war, kam während ihres Hermannstadt-Aufenthaltes mit dem siebenbürgisch-sächsischen Dichter und Geschichtsschreiber Johann Karl Schuller (1794 – 1865) in freundschaftlichen und beruflichen Kontakt.[12] Die Gedichte von Anna Amadei erschienen in literarischen Zeitschriften und Antologien,[13] in einem an Schuller geschriebenen Brief erwähnt sie zum Beispiel stolz, dass in der von Emil Kuh redigierten, 1863 in Wien herausgegebenen Sammlung „Dichterbuch aus Oesterreich” unter dem Pseudonym Anva zwei Gedichte von ihr mit so berühmten Dichtern, wie Franz Grillparzer oder Anastasius Grün, zusammen erschienen.[14] Sie fand auch die Pflege der literarischen Traditionen ihrer Heimat wichtig: In dem Gedichtband, den sie zum Gedenken an ihren unerwartet verstorbenen Sohn herausgab, veröffentlichte sie neben Elegien zur Verarbeitung des Todes die deutsche Übersetzung italienischer Gedichte beziehungsweise 16 ungarischer Volkslieder.[15] Ihr Ehemann unterstützte mit der Überweisung des Mitgliederbeitrages auch aus Csernovic den in Hermannstadt residierenden sächsischen Verein der Naturwissenschaften und der Landeskunde in Siebenbürgen.[16]
           Anna spielte ausgezeichnet Klavier, in Hermannstadt veranstalteten sie unter Mitwirkung ihrer musikliebenden Freunde oft Hauskonzerte. Während ihres Aufenthaltes in Csernovic brachte sie auch ihrem Sohn das Klavierspielen bei, schrieb sie 1863 an Schuller: „…erteile täglich meinem Söhnchen eine Lektion im Klavierspiel. Der Kleine hat wirklich viel Talent und Passion und macht mir viel Freude. Am 17. April sind es gerade 6 Monate her, daß ich ihm die ersten musikalischen Begriffe beibrachte und schon wird er seinen Vater mit einem vierhändigen Stückchen mit Trio-Begleitung überraschen.”[17] Von Albert Amadei, der Komponieren und Musiktheorie später von professionellen österreichischen, deutschen und italienischen Musikern lernte,[18] erschienen ein Trauermarsch für Großorchester und 92 Lieder – darunter die Vertonung des Gedichtes „Am See” von seiner Mutter – in Druck.[19] Die Musikverbundenheit der Familie bezeugt auch, dass sie Musikreliquien sammelten. In ihrem Besitz befanden sich u.a. einige Briefe von Franz Liszt und ein von Beethoven unterzeichneter Wechsel.[20] Anna Amadei korrespondierte mit der österreichischen Sängerin Marianne Brandt.[21]
            Der Kontakt mit der in Ungarn wohnenden Verwandtschaft von Anna scheint der in Wien lebenden Amadei-Familie auch nicht abgebrochen zu sein. Die Frau von Loránd Eötvös (1848 – 1919), des Neffen von Anna und Sohn von Ágnes Rosty, gab einem ungarischen Wagner-Forscher Angaben über die Musiksammlung der Amadei-Familie beziehnugsweise dem zu Anna gelangten Nachlass von Pál Rosti[22], konnte also ihre Umstände kennen. Die Allgemeinerbin von Anna Amadei war – wie wir es sehen werden – die Schwester von Loránd Eötvös, Marie Plener-Eötvös (1851 – nach 1927). Mária Eötvös heiratete im März 1886 in Budapest den liberalen österreichischen Politiker Ernst Baron von Plener (1841 – 1923), er war später Finanzminister (1893 – 1895) und Vorsitzender des gemeinsamen staatlichen Rechnungshofs (1895 – 1918).[23] Ihre Eheschließung erwähnt die ungarische Geschichtsschreibung als Beispiel jenes engen und vielseitigen, auf ähnlicher Lebensweise, Gedankengut, Geschmack und Bildung ruhenden persönlichen Beziehungssystems, das unter den Mitgliedern der österreichischen und ungarischen politischen, geistigen sowie wirtschaftlichen Elite im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu beobachten war.[24] Hierzu können wir natürlich auch die Ehe von Anna Rosty und Rudolf Amadei zählen. In der später besprochenen Fotosammlung von Albert Amadei ist eine Ansicht von Karlsbad enthalten, auf deren Rückseite eine handgeschriebene deutschsprachige Notiz von Anna Rosty zu lesen ist, wonach im Sommer 1883 Albert, Rudolf, Marie und ich (also Anna Rosty) einen Monat in dem auf dem Bild zu sehenden Hotel verbracht haben.[25] Es ist leicht vorstellbar, dass die Marie, die an der Familienreise teilnahm die damals noch unverheiratete Mária Eötvös war.
           Das Interesse von Albert Amadei für die ungarischen Bildungstraditionen beziehungsweise seine Verbindung zu den Vertretern des kulturellen Lebens in Ungarn beleuchtet die italienisch verfasste Schrift über die Kopie der vom neapolitanischen Oberhofmeister Diomede Carafa um 1476 verfassten „De institutione vivendi”, dem in Parma in der Biblioteca Palatina aufbewahrten Corvin-Kodex. In dem am 18. Oktober 1878 in Parma datierten Brief[26] bestätigt Albert Amadei mit seiner Unterschrift, dass die auf Bestellung von János Csontosi,[27] dem Mitarbeiter der Bibliothek des Budapester Nationalmuseums, für 25 Lire angefertigte Kopie des Corvin-Kodexes mit dem Original völlig übereinstimmt. Albert erwähnt neben der Aufführung der bibliografischen Angaben, dass der Kodex (Nr. 1654), der Mahnungen an Beatrix, der Braut König Matthias’, enthält, ursprünglich in der Sammlung des ungarischen König Matthias Corvinus war. Den in Parma weilenden jungen Amadei bat sicherlich der bekannte Corvinaforscher, János Csontosi, die erstellte Kopie mit dem Original zu vergleichen.
          Auf das breite kulturelle Interesse der Amadei-Familie weisen auch die in Wiener Gesellschafts- und Kunstsammlerkreisen bekannten[28] Anna’s Nachlass-Dokumente[29] hin. Anna Amadei verstarb am 22. Februar 1927 im Alter von 99 Jahren in Wien. (Abb. 5.) Bis zu ihrem Tod hat sie im I. Bezirk von Wien, in der Plankengasse 7 gewohnt, in der gleichen Wohnung, in der sie 30 Jahre zuvor, beim Tod ihres Mannes lebten. Obwohl sie in der mehrmals veränderten Klausel ihres am 23. Mai 1925 datierten Testaments – da ihr einziges Kind, Albert ohne Nachkommen gestorben ist – ihre Nichte Marie Plener-Eötvös als Allgemeinerben angegeben hat, hinterließ sie ihre Sammlungen österreichischen und ungarischen öffentlichen Institutionen:
„IV.)…
5.) Meine grosse Sammlung an Fotographien, die sich in vielen Kassetten in dazugehörigen Kasten und auf Stellagen befinden, vermache ich samt diesen Kästen, Kassetten und den hiezu gehörigen Büchern Künstlerlexicia und Katalogen dem I. Kunsthistorischen Seminar der Universität in Wien, deren jetziger Vorstand Herr Josef Strykowsky (sic!) ist. (Selbstverständlich inclusiveder Stellagen).
Diese Sammlung hat für immer den Namen zu führen „Aus der Hinterlasserschaft (sic!) des Grafen Albert Amadei.”
6.) Meine sämmtlichen Musikalien Noten vermache ich dem Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde, deren Ehrenmitglied ich bin,[30] mit Ausnahme von vier bis fünf Bänden Kompositionen von Albert Amadei.
7.) Vermache ich das Gemälde, welches die Bezeichnung A. Aspertini auf einem Messingtäfelchen trägt und drei singende Engel darstellt, der Landesgemäldegalerie in Budapest und ist das obgenannte Gemälde der Verwaltung dieses Institutes kostenfrei zuzustellen.
Die übrigen vorhandenen Bilder von geringem künstlerischen Werte gehören zur Erbschaftsmasse.” Ihre eigenen Manuskripte überließ sie der Wiener Nationalbibliothek.[31] Obwohl sie im Adressenverzeichnis der Kunstsammler 1914 als Miniaturensammlerin aufgeführt war,[32] gibt es über eine solche Kollektion keine Angabe in ihrem Testament.
 
Vollstreckung des Testaments von Anna Amadei
 
Entsprechend des Testaments von Anna Amadei kam das Gemäldefragment mit den singenden Engeln des italienischen Renaissancemalers und –bildhauers Amico Aspertini (1474/1475 – 1552), einem Vertreter der Bologneser Schule, in das Budapester Museum der Bildenden Künste. Von ihrem Willen, das wertvolle Bild dem Museum zu schenken, benachrichtigte Anna die Institution bereits 1901.[33] Einen Tag nach dem Tod von Anna, am 22. März 1927 kam der Brief des Wiener Anwalts, Dr. Anton Gassauer an, in dem er die auf das Gemälde bezogenen Zeilen des Testaments zitiert und um Vorschlag zum Transport des Bildes nach Budapest bittet.[34] Darüber, wann und wie das Geschenk ins Museum kam, fanden wir vorerst keine Angabe, das erscheint aber sicher, dass es erst 1949 ins Inventar kam.
            Über das Rosti-Album fand ich weder im Testament von Anna Amadei, noch im Archiv des Museums der Bildenden Künste Erwähnung.[35] Pál Rosti kam Ende 1858 von seiner Amerika-Reise nach Hause, die Fotos konnte er Ende diesen oder im Laufe des nächsten Jahres seiner Schwester übergeben. Die Amadei-Familie lebte damals in Hermannstadt, aber auch ihr Haus in Wien – Döbling – hatten sie behalten, wir wissen also nicht, wo das Album aufbewahrt wurde. In der Kenntnis des Testaments von Anna Amadei ist es auch vorstellbar, dass sich das Album 1925, als das Testament geschrieben wurde, sich nicht mehr in ihrem Besitz befand. In ihrem mit 97 Jahren geschriebenem Testament verfügte sie sorgfälltig und genau über ihre Fotosammlung (die für ihre Lagerung benutzten Regale inbegriffen), Musikreliquien, eigenen literarischen Nachlass, wertvolle und wertlosen Gemälde, und sie ging nicht nur auf die ihren Dienern zu gebenden Geldsummen und Geschenken, sondern auch auf die Zukunft ihrer Ziervögel ein. Ich meine, wenn sich das von ihrem früh verstorbenen Bruder erhaltene, mit inniger und persönlicher Widmung versehene Fotoalbum mit Prachteinband derzeit noch in ihrem Besitz befinden hätte, so hätte sie es in ihrem Testament erwähnt. Wenn sie es doch vergessen hätte zu erwähnen, so müsste dies im Sinne des Testaments gemeinsam mit der Fotosammlung in die Wiener Universität gelangen müssen. Und wenn das Rosti-Album 1927 gemeinsam mit dem Aspertini-Bild in das Museum der Bildenden Künste gelangt wäre, hätte der Anwalt, der die Vollstreckung des Testaments abgewickelt hat, auch dies erwähnt. Es ist also vorstellbar, dass das Album nicht 1927, sondern vorher – vielleicht später – in das Budapester Museum kam. Darauf bezogen, dass Anna Amadei das Fotoalbum noch zu Lebzeiten dem Museum geschenkt hätte, fand ich in den Inventarbüchern der Institution zwischen 1884 und 1932 keinen Eintrag. Es ist natürlich auch das nicht auszuschließen, dass sich das Album 1927 noch im Besitz von Anna Amadei befand, und da es im Testament nicht erwähnt wurde, zur „Erbschaftsmasse” kam, und später auf irgendeine Weise in die Bibliothek des Museums der Bildenden Künste gelangte. Die Chance dieses ungewollten Zusammenfalls ist meiner Meinung nach aber gering, wahrscheinlicher erscheint, dass die Rosti-Fotos – ähnlich dem Aspertini-Gemälde – aus dem Willen von Anna Amadei in das Budapester Museum kamen.
 
Gebäude- und Kunstwerkfotografieren im 19. Jahrhundert
 
Die im 5. Punkt des Testaments von Anna Amadei erwähnte, nach dem jetztigen Stand der Komputeraufarbeitung aus mehr als 800 Gebäude- und Kunstwerkfotografien bestehende Fotosammlung – dem Willen der Testamentverfasserin entsprechend – als Nachlass von Albert Amadei in Evidenz gehalten, aber der thematischen Ordnung der Universitäts-Fotosammlung entsprechend verteilt, befindet sich im Kunsthistorischen Institut der Wiener Universität.[36]
Die Institutionalisierung der Kunstgeschichte als Wissenschaft in Westeuropa – die Festigung der Organisation der Museen, Universitätsbildung, akademischen Forschung und des Denkmalschutzes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – verband sich auf zahlreichen Gebieten mit dem Aufschwung des Gebäude- und Kunstwerkfotografierens.[37] Jene gelegentlich aus mehreren hundert oder mehreren tausend Stücken bestehenden, europaweit verkauften Fotoserien,[38] die das Material bedeutender Museen und Sammlungen beziehungsweise die Baudenkmäler einzelner Länder vorstellten, nutzte man als visuelle Datenbank bei der Objektverwaltung der museen, in der wissenschaftlichen Forschung und dem Unterricht gleichfalls. In vieler Hinsicht erfüllten diese Fotokollektionen ähnliche Funktionen, wie die Druckgrafiken, die in den früheren Jahrhunderten und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Arbeiten berühmter Meister bzw. die Schätze bedeutender europäischer Kunstsammlungen vorstellten.[39] Nicht nur die Repräsentationsabsicht ist bei ihnen gemeinsam, also die Steigerung des Rufes des Künstlers oder der Sammlung, sondern auch das, dass sie sowohl die Druckgrafiken, als auch die Fotografien im Kunstunterricht und in der Volksbildung benutzten. Mit dem Fotografieren von Kunstwerken bot sich zugleich zum ersten Mal die Möglichkeit, dass die Reproduktion von jenen – oft ungewollten – Verzerrungen, Umdeutungen und Missverständnissen frei war, die bei der Reproduktionsgrafik durch die subjektive Handhabung, eventuell geringes technisches Können des Zeichners oder Stechers verursacht wurden.
Mit der Bedeutung des Fotografierens von Kunstwerken waren auch die Leiter und Fachleute der nationalen kulturellen Institutionen im Klaren. Die Museen, Institutionen des Denkmalschutzes beziehungsweise des Kunstunterrichts erweiterten ihre Buch- und Zeichensammlungen mit den von ungarischen und internationalen Fotografen, Buch- und Kunsthändlern angebotenen Serien der Kunstwerkfotografien, und in den 1850-er Jahren begann auch der Gebrauch der Fotos als Vorlage für die Stiche, die Kunst- und Denkmalpublikationen illustrierten.[40]
Es kauften und sammelten nicht nur Institutionen, sondern auch Privatpersonen Gebäude- und Kunstwerkfotografien.   Ferenc Pulszky, der in den 1850-er, ’60-er Jahren in englischer und italienischer Emigration lebte, später Direktor des Ungarischen Nationalmuseums war, auch selber über eine fast 300 Aufnahmen umfassende Fotosammlung verfügte, die Kopien antiker und mittelalterlicher Elfenbeinschnitzerein aus dem 19. Jahrhundert zeigten,[41] betonte die Rolle des Gatten der englischen Königin, Prinz Albert bei der Förderung der Kunstwerkfotografie: „Auf seinen Aufruf hin ließen Könige und öffentliche Institutionen die sich in ihrem Besitz befindenden Hand-Zeichnungen von Raffael fotografieren, allmählich folgten auch die Privatpersonen dem Beispiel … die Fotoreproduktionen kamen mit der Sammlung von Prinz Albert in Mode…”[42] Diesen Vorgang, dass sich nämlich das Sammeln von Gebäude- und Kunstwerkfotografien auch im Kreise der kunstinteressierten Privatpersonen immer mehr verbreitete, illustriert die riesige Fotokollektion von Albert Amadei, die systematische Sammeltätigkeit voraussetzt. Dass dann Anna Amadei, die die Sammlung besaß, die Fotos in ihrem Testament der Universität schenkte, weist darauf hin, dass sie im Klaren damit war, welch wichtige Rolle den Gebäude- und Kunstwerkfotos im Kunst- und Bildungswesen zukommt.
 
Die Fotosammlung von Albert Amadei
 
Albert Amadei, der seit Mitte der 1870-er Jahre im Außenmiminsterium arbeitete,[43] kaufte den Großteil seiner Fotos vermutlich während seiner diplomatischen Reisen, aber seine Sammlung konnte sich auch – wie die oben erwähnte Ansicht von Karlsbad zeigt – mit den auf Familienausflügen, -reisen als Erinnerung gekauften Aufnahmen erweitert haben. Zahlreiche Stücke der Sammlung stammen aus europaweit vetriebenen Ansichtsfolgen mit mehreren tausend Aufnahmen – solche ist zum Beispiel die vom Dresdener Verlag Stengel & Markert über Kastav in Kroatien gefertigte Aufnahme (166574) die Fotos des Neapolitaner G. Sommer über Pompei und Mailand (166799, 166586) oder Ostia und Tivoli darstellende Aufnahmen des Fotografen Anderson (166653). Einige Blätter gab die Edizione Brogi, (166579) andere die Alinari-Firma heraus – zu den Letzteren gehört das Bild eines alten Schachbretts im Museo Nazionale in Florenz (157653). Die meisten Fotos zeigen Baudenkmäler aus Italien. Aber wir finden in der Sammlung auch viele Aufnahmen über österreichische, deutsche, holländische, tschechische und französische Städte. Ein Teil der Aufnahmen wurde vermutlich nicht am Entstehungsort gekauft, auf einigen Aufnahmen aber sind solche handgeschriebene Notizen zu lesen, die darauf hinweisen, dass der Fotosammler persönlich vor Ort war. „Die Statuen jetzt im Mus[eo]. Naz[ionale].” – ist auf jenem Bild zu lesen, das in der römischen Casa delle Vestali gefertigt wurde (166167). (Abb.6) Unter den Kunstwerkaufnahmen der Sammlung finden wir – unter anderen – griechisch-ortodoxe Ikone und gotisches Elfenbeindiptychon (Ediz. Brogi; 157648). Als Ergebnis systematischer Sammlung erscheint die Serie etruskischer Denkmäler (Vasen, Skulpturen, Sarkophage und Lampen).
            In der Sammlung gibt es auch Fotos mit ungarischem Bezug: zwei Ansichten aus Hermannstadt (167015, 166368) (Abb. 7), vier aus Budapest (166363-166366) und eine aus Pressburg (166378) – auf den meisten ist auch der ungarische Name der Stadt oder des dargestellten Details mit Bleistift aufgeschrieben. Eines der Budapester Bilder wurde beim Wiener A. Wimmer gekauft (166365).
             Auf zahlreichen Fotos – zum Beispiel auf mehreren Aufnahmen aus Pompei – ist kein Fotografenzeichen oder Stempel, beziehungsweise gedruckte Aufschrift, was darauf hinweisen würde, ob es sich um ein Teil einer Serie handelt, die im Buch- oder Kunsthandel verkauft wird, und die Einstellung weist auch nicht auf einen professionellen Fotografen hin. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Fotografien – oder zumindest ein Teil davon – Albert Amadei selbst gefertigt hatte, bisher fand ich aber keinen Hinweis, Angabe über seine Tätigkeit als Fotograf. Aus der engen Familie standen ihm mehrere Beispiele zur Verfügung: Neben seinem Onkel Pál Rosti fotografierte auch sein Cousin Loránd Eötvös.[44] Unter den Fotos gibt es auch Aufnahmen aus den Jahren 1898, 1902 und 1908,[45] die Vermehrung der Sammlung wurde also auch nach dem Tod von Albert (1894) fortgesetzt.
            Den gesammten Umfang der Fotosammlung von Albert Amadei kann man erst nach Beendigung der jetzt laufenden Digitalisierung der Fotosammlung – zumindest virtuell – rekonstruieren (jene Angabe, dass das Foto aus dem Nachlass von Albert Amadei stammt, enthält auf Grund der Stempel auf den Originalaufnahmen jeder digitalisierte Posten), das ist aber sicher, dass dieser Nachlass eine herausragende Rolle bei der Fundierung des Bestandes der Gebäude- und Kunstwerkfotografien des Kunsthistorischen Instituts hatte. Da Anna Amadei in ihrem Testament Josef Strzygowski (1862 – 1941), den Direktor des I. Kunsthistorischen Instituts namentlich erwähnte, ist es denkbar, dass sie persönlichen Kontakt zum Professor hatte, und vielleicht auch das, dass sie ihre bedeutende Fotosammlung auf die Ermutigung von Strzygowski der Universität geschenkt hat.
 
                                                    Papp Júlia PhD
                                                                                        Kunsthistorikerin
                                                                                 


[1] Károly Kincses, Rosti Pál 1830 – 1874. In: Rosti Pál Uti emlékezetek Amerikából (Pest, MDCCCLXI.) (Pál Rosti, Reiseerlebnisse aus Amerika) Faksimileausgabe, Budapest 1992, S. 20.
[2] Kincses, (Anm 1), S. 20.; Mihály Simon, Összehasonlító magyar fotótörténet (Vergleichende ungarische Fotogeschichte), Magyar Fotográfiai Múzeum (Ungarisches Fotomuseum), Kecskemét, 2000, S. 23, 54.
[3] Das Album kam im April 2008 in die Fotosammlung des Ungarischen Nationalmuseums in Budapest.
[4] Die Namensvariante Rosti benutzte in der Familie lediglich Pál Rosti.
[5] Pál Rosti, Úti vázlatok. Olvastatott a Magyarhoni Földtani Társulat 1859-ki február 26-án tartott szakgyűlésében, (Pál Rosti, Reiseskizzen. Gelesen auf der Fachsitzung der Ungarischen Geografischen Gesellschaft am 26. Februar 1859) In: A Magyarhoni Földtani Társulat Munkálata (Arbeit der Ungarischen Geografischen Gesellschaft), Red. József Szabó, 1863, II. k. S. 160.; Vasárnapi Ujság (Sonntagszeitung), 1859, Nr. 10 (6. März) S. 115.
[6] Pál Rosti. Memorias de un viaje por America. Introduccion: Prof. Tibor Wittman, Caracas. Universidad Central de Venezuela. 1968.; Maria Eugenia Haya Jiménez, ”Apuntes para una historia de la fotografía en Cuba”. 1959-1979. cat. Historia de la Fotografía Cubana. XX Aniversario Casa de las Américas, 1979.; Josune Dorronsoro, Pál Rosti: Una Visión de America Latina. (Cuba, Venezuela y México, 1857-1858.), Caracas 1983.; Pál Rosti. Memorias de un viaje por América (Colección viajes y descripciones, núm. 12) Fundación de Promoción Cultural de Venezuela, Caracas, Venezuela 1988.; María del Consuelo Andara D, The vision of the other: images of the national identity. Travelers in Venezuela in the second half of the 19th century, In: Tierra Firme, Apr. 2004, vol. 22, no. 86, S. 229-240.
[7] Pál Rosti, Uti emlékezetek Amerikából (Reiseerinnerungen aus Amerika), Pest, 1861.
[8] Júlia Papp, Pál Rosti (1830 – 1874) Traveller and Photographer, In: Hungarian Quarterly (Volume 48) Winter 2007, S. 85-90.  
[9] Der Grafentitel der Familie wurde in Österreich 1856 anerkannt. Justus Perthes, Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser, Gotha 1890, S. 26. Die Heirat der Nina genannten Anna – schrieb ihr Schwager Ágoston Trefort – erschütterte ihre nach der Revolution sowieso angeschlagene finanzielle Lage, weil sie auch „die noch gemeinsamen Güter der Rosty teilte”. Trefort Ágoston önéletleírása. (Autobiografie von Ágoston Trefort), Sátoraljaújhely, 1991, S. 66.
[10] Hof- und Staats-Handbuch des Kaiserthums Österreich für das Jahr 1856, V. Theil. Wien. S. 2, 20.
[11] Rudolf Amadei wurde am 1. Mai 1862 zum Landeschef der Bukowina ernannt, der Kaiser enthob ihn seines Postens und pensionierte ihn am 27. Oktober 1865. (Haus-, Hof- und Staatsarchiv des Österreichischen Staatsarchivs, Wien, Kabinettskanzlei Vorträge (MC) 1862: 1282; 1865: 3241)
[12][Friedrich Müller], Johann Karl Schuller und die Gräfin Anna Amadei. (Separatabdruck von Jos. Drotleff.) Hermannstadt 1896.; József Szinnyei, Magyar írók élete és munkái (Leben und Werke ungarischer Schriftsteller), Budapest 1908, XII., S. 653-657.
[13] Sophie Pataky, Lexikon deutscher Frauen der Feder, Berlin 1898, S. 9.; Szinnyei, (Anm. 12), 1906, XI. S. 1201.; Hans Giebisch – Gustav Gugitz, Bio-bibliographisches Literaturlexikon Österreichs, Wien 1964, S. 5.; Elisabeth Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein Lexikon, Stuttgart 1981, S. 5.
[14] Müller, (Anm. 12), S. 22-23.
[15] Gedichte, Von Gräfin Anna Amadei, Wien [1896].
[16] Müller, (Anm. 12), S. 8-9.
[17] Müller, (Anm. 12), S. 24.
[18] János Végh, Amadei Albert gróf (Graf Albet Amadei). In: Művészeti Lapok [Zeneirodalmi Szemle](Kunstblätter [Musikrundschau], 1896 [Nr. 6], S. 4.; The Musical Times and Singing Class Circular, Vol. 35, No. 619 (Sep. 1, 1894), S. 625-626.; Ludwig Eisenberg, Das geistige Wien. Künstler- und Schiftsteller-Lexikon, Erster Band. Belletristisch-künstlerischer Theil. Wien 1893, S. 7.; Bence Szabolcsi – Aladár Tóth, Zenei lexikon (Musiklexikon) I., Budapest, 1965, S. 61.
[19] Wienbibliothek im Rathaus, Musiksammlung. M.H. U 12/Cart.; M.H. 2112/cart. Die Wiener Sammlung bewahrt zehn gedruckte und fünf handgeschriebene Notenblätter von Albert Amadei, das Brahms-Institut in Deutschland eine Fotografie in Kabinettformat von ihm. Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck. Nr. 30050. Brahms-Nachlass.
[20] Letters of Franz Liszt, Collected and edited by La Mara. Translated by Constance Bache. Originall published in 1894, First Greenwood Reprinting, New York 1969, Vol. I. S. 58, 90. Vol. II. S. 241.; Schuldschein an Sigmund Anton Steiner, Wien, 30. Oktober 1819, BH 48. Bonn, Beethoven-Haus.
[21] Brandt, Marianne, Handschriftensammlung recherchiert von Jeanne Suzanne Rosenstein, Teilnachlaß, Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Inv. Nr. 77814.; Inv. Nr. 77815.
[22] Emil Haraszti, Wagner Richard és Magyarország (Richard Wagner und Ungarn), Budapest, 1916, S. 204-205. Die Frau von Loránd Eötvös war Gizella Horváth (1853 – 1919), die Tochter des liberalen Reformpolitikers, Justizministers Boldizsár Horváth.
[23] Eduard v. Wertheimer, Aus den Erinnerungen eines österreichischen Staatsmannes. In: Pester Lloyd, 1921. július 24. S. 3.; Tibor Frank, Apponyi Rudolf londoni követsége [1856-1871] (Londoner Botschaft von Rudolf Apponyi). In: Az Országos Széchényi Könyvtár Évkönyve (Jahrbuch der Széchényi-Landesbibliothek), 1974-1975, Budapest 1978, S. 481-507. (Plener war ab 1867 in der von Rudolf Apponyi geleiteten Londoner Botschaft als Attaché tätig.); Tibor Frank, Eötvös és Carneri. Ismeretlen osztrák-magyar véleménycsere a dualista berendezkedésről (Unbekannter österreichisch-ungarischer Meinungsaustausch über die dualistische Etablierung). In: Aetas, 2005 (20) Nr. 3, S. 147-154.; Tibor Frank, Picturing Austria-Hungary: The British Perception of the Habsburg Monarchy 1865-1870, New York 2005, S. 36, 327.
[24] Kristóf Nyíri, A Monarchia szellemi életéről. Filozófiatörténeti tanulmányok (Über das geistige Leben der Monarchie. Filosofiegeschichtliche Studien), Budapest, 1980, S. 11.
[25] Institut für Kunstgeschichte, Universität Wien, Fotothek. Ltsz.: 166375.
[26] Der Brief von Alberto Amadei an János Csontosi. Széchényi-Landesbibliothek, Manuskriptsammlung. Albert war 1878 als Concepts-Praktikant des von Gyula Andrássy angeführten gemeinsamen österreichisch-ungarischen Außenministeriums tätig. Hof und Staats-Handbuch der Oesterreichisch-Ungarischen Monarchie für 1878, Wien, S. 199.
[27] János Csontosi, A pármai Corvin-codex (Der Corvin-Kodex in Parma). In: Magyar Könyvszemle, 1878, Heft 6, S. 319-328.; János Csontosi, Diomedes Carafa: De Institutione Vivendi. A pármai Corvin-codexből (Aus dem Corvin-Kodex in Parma). In: Magyar Könyvszemle, 1890, Heft I-II., S. 54-86.
[28] Wiener High Life. Almanach der wiener Gesellschaft. I. Jahrgang. Wien 1905, S. 67.; Joseph Zenker, Pantheon. Adressbuch der Kunst- und Antiquitäten-Sammler und –Händler…Eszlingen 1914, S. 480.
[29] Bezirksgericht Innere Stadt (I) – A4/1 – 1A – Verlassenschaften Amadei Anna (1A 26/1927.); (I) – A4/7 – 7A – Verlassenschaften Rudolf Amadei (7A 61/1898). Wiener Stadt- und Landesarchiv.
[30] High-Life Almanach. Adreßbuch der Gesellschaft Wiens und der österreichischen Kronländer, 10. Jahrgang, Wien 1914/15, S. 7.
[31] Teilnachlaß Ferdinand Wittenbauer. H 43/73. Werkmanuskripte, Sammlung von Werkmanuskripten von Anna Amadei. Österreichische Nationalbibliothek, Wien.
[32] Zenker, (Anm. 28), S. 480.
[33] 227/1901; 363/1901, Szépművészeti Múzeum, Budapest, Levéltár (Museum der Bildenden Künste, Budapest, Archiv).
[34] 265/1937, Szépművészeti Múzeum, Budapest, Levéltár. (Museum der Bildenden Künste, Budapest, Archiv).
[35] Wie auch über den Nachlass von Pál Rosti nicht, der – wie wir es gesehen haben – nach der Äußerung von Gizella Horváth, Frau von Loránd Eötvös, zu Anna Amadei gelangte. . „Sajnos Wagner magyar leveleinek túlnyomó része elveszett. Így néhai Rosty Pálnak Amadé grófnénál lévő hagyatékában egy levél sincs.” (Leider ist der Großteil der ungarischen Briefe Wagners verschollen. So gibt es im Nachlass von Pál Rosti bei der Gräfin Amadei keinen Brief.) Haraszti, (Anm. 22), S. 204-205.
[36] Institut für Kunstgeschichte, Universität Wien, Fotothek. Auf der Rückseite der Fotografien ist die Aufschrift „Aus der Hinterlassenschaft des Grafen Albert Amadei” zu lesen.
[37] Heinrich Dilly, Lichtbildprojektionen Prothesen der Kunstbetrachtung, In: Irene Below (Hrsg.), Kunstwissenschaft und Kunstvermittlung, Gießen 1975. S. 153-172.; Heinrich Dilly, Kunstgeschichte als Institution. Studien zur Geschichte einer Disziplin, Frankfurt am Main 1979, S. 149-162.; Philippe Néagu et alt., La Mission héliographique. Photographies de 1851, Paris 1980.; Anthony J. Hamber, „A Higher Branch of the Art” Photographing the Fine Arts in England, 1839-1880, Amsterdam 1996.; Matthias Bruhn (Hrsg.), Darstellung und Deutung. Abbilder der Kunstgeschichte, Weimar 2000.; Frauke Kreutler, Sonnenlicht und Druckerschwärze. Paul Pretsch (1808-1873) und sein Beitrag zu den fotographischen Reproduktionsverfahren, In: Fotogeschichte, Jahrgang 24, 2004, Heft 93. S. 11-22.
[38] Zum Beispiel die von den Kunstwerken des Londoner British Museums und des South Kensington Museums in den 1850-60-er Jahren gefertigten Fotos (Roger Fenton, C. Thurston Thompson), die Serien des Franzosen Adolphe Braun, der italienischen Alinari-Firma, des Deutschen Franz Hanfstaengl, des Österreichers Josef Wlha, des in Florenz niedergelassenen Engländers John Brampton Philpot. Siehe Helmut Heß, Der Kunstverlag Franz Hanfstaengl und die frühe fotografische Kunstreproduktion. Das Kunstwerk und sein Abbild, München 1999.; Marilena Tamassia (ed.), Firenze ottocentesca nelle fotografie de J. B. Philpot, Livorno 2002.
[39] Rebecca Zorach – Elisabeth Rodini, Paper Museums. The Reproduktive Print in Europe, 1500-1800, The University of Chicago 2005.
[40] Zsuzsa Farkas – Júlia Papp, A műtárgyfényképezés kezdetei Magyarországon (1840 –1885) (Beginn des Kunstwerkfotografierens in Ungarn), Budapest, 2007.
[41] Die Fotos, die in der Archäologischen Sammlung des Budapester Nationalmuseums aufbewahrt werden, fertigte John Brampton Philpot. Farkas – Papp, (Anm. 40), S. 85-87.
[42] Ferenc Pulszky, Életem és korom (Mein Leben und meine Zeit), II. Budapest, 1958, S. 411-414. Siehe Mark Hayworth-Booth, The Museum & The Photograph. Collecting Photography at the Victoria and Albert Museum 1853-1900, Williamstown 1998.
[43] Als Jurastudent meldete er sich 1874 ins Außenministerium, wo er im November 1875 erfolgreiche Diplomatenprüfung ablegte. Am 31. Dezember 1878 wurde er zum Konzipient II. Klasse, am 27. Januar 1883 zum Konzipient I. Klasse ernannt. Ab 1885 war er als Ministerialsekretär, ab 1890 dann als Sections-Rat tätig. Im November 1881 kam er nach Rom in die Botschaft beim Heiligen Stuhl. Hof und Staats-Handbuch der Oesterreichisch-Ungarischen Monarchie für 1885. 2.; 1890. 260.; Haus-, Hof- und Staatsarchiv des Österreichischen Staatsarchivs, Wien, Ministerium des Äußern Administrative Registratur F 4 (Personalien) Kt. 8. Amadei.
[44] Báró Eötvös Loránd, a tudós fotográfus (Baron Loránd Eötvös, der Wissenschaftler-Fotograf). (Magyar Tudománytörténeti Szemle könyvtára 21. [Bibliothek der Ungarischen Wissenschaftgeschichtlichen Rundschau) Budapest, 2001.; Károly Kincses, Fenséges amatőrök. A magyar arisztokrácia és a fényképezés (1839 – 2006) (Erhabene Amateure. Die ungarische Aristokratie und das Fotografieren), Kecskemét, 2006, S. 18-19.
[45] Über Heiligenkreuz: Otto Schmidt, Fotogr. Kunstverlag, Wien, 155780, 153377, 152878; über Salzburg: Würthle & Sohn, Salzburg, 162617, 162614; über die antiken Denkmäler von Pula: Alois Beer k. u. k. Hof u. Marinephotograph, Klagenfurt, 166893, 166908.